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Massenmarkt - Voraussetzung Micropayment

 

Das Internet gehört mit Sicherheit zu den wichtigsten technologischen und vielleicht antrophologischen Entwicklungen, die derzeit zu beobachten sind. Antrophologisch deshalb, weil es   unsere linearen, durch den Buchdruck geprägten, Denkstrukturen verändert.

Dies ist ja ein netter Ausblick in die Zukunft, aber derzeit ist das Neue im Netz nur vereinzelt zu finden. Solange keine wirklich neuen Produkte oder Dienstleistungen entwickelt werden, wird das Medium nur "Spielzeug" sein.

Dies wird sich ändern, sobald vernünftiges Micropayment realisiert wird. Denn erst wenn Gewinnchancen bestehen werden  Unternehmer Produkte entwickeln, welche die Vorteile des Mediums nutzen, und so wirklich Neues schaffen.

So bietet T-Online ja bereits Micropayment an. Dieses System kann aber nicht die Grundlagen für einen funktionierenden Markt sein. Oder können Sie sich eine Wirtschaft mit zentralen Zahlungsvorgängen vorstellen. So ist eine Voraussetzung für das Micropayment das es anonyme und dezentrale Zahlungen zuläßt.

Wenn erst einmal die Chance auf Erträge besteht, werden bestehende Grundannahmen hinterfragt und mit ihnen experimentiert.

So bereichern uns derzeitige Internetangebote mit Textinformationen, die oft  im Print besser aufgehoben sind, da sie nur ein Nebenprodukt der Printausgabe sind.   Keiner bemüht sich diese mediengerecht aufzubereiten. Zum Teil glänzen die wichtigsten deutschen Angebote sogar mit der Abwesenheit ihrer hervorragenden Inhalte (FAZ) .

Leider konnte mir noch niemand erklären, warum Nachrichten auf Papier solch eine Sinnlichkeit ausstrahlen, daß niemand auf das Papier und die damit begründete minimale Verspätung von sechs Stunden verzichten will. So liegt der Vorteil des Papiers gegenüber dem Monitor bis heute nicht in dessen Sinnlichkeit, sondern darin, daß es:

  • leichter zu transportieren ist.
    Dies allerdings nur für den Leser, vergleicht man den logistischen Aufwand für den Vertrieb von Printprodukten mit dem von Onlineprodukten so sieht dies anders aus.
  • eine größere Oberfläche hat
    natürlich läßt sich auf einem Quadratmeter schneller ein Überblick verschaffen als auf einem 15 Zoll Monitor, daher erscheint uns die Zeitung als Leserfreundlicher.
  • kontinuierlicher gerlernt wird
    Es beschwert sich niemand, daß man zum Erlernen des Lesens der FAZ ca. ein Jahr benötigt, um diese zu verstehen. (Auch hier sind Bedienungsanleitungen vorhanden)

Der Vorteil der Zeitung liegt darin, daß wir uns an sie gewöhnt haben, und darin, daß Monitore noch immer zu klein sind. Es stimmt aber nicht, daß sich Texte schlecht am Monitor lesen lassen, dies ist nur eine Frage der Gestaltung und der Gewohnheit.

Ich meine nicht, daß wir zukünftig alle Informationen am Computer lesen werden, aber da wo Information durch multimedialität, Hypertextstrukturen und Aktualität besser vermitteln lassen, wird sie die Printausgaben verdrängen.

Merkwürdiger Weise bietet die Zeitung, der ich eine Zukunft als Printprodukt voraussage eine Onlineausgabe an, die bereits in unspektakulärer Weise den ein oder anderen medienspezifischen Vorteil nutzt. So bietet die Zeit eine Individulisierung und Agentenfunktion für den Stellenmarkt.

Soweit ein kleiner Exkurs in die Zeitungsbranche um zu zeigen, wie unreflektierte Annahmen zu uncoolen Produkten führen. Sobald die Möglichkeit besteht Wertschöpfung, die im Medium versteckt ist, in ertragreiche Dienstleistungen zu verwandeln werden neue Produkte und somit Nachfrage entstehen. Angebot und Nachfrage, die nur in Onlinemedien möglich ist. Der Phantasie werden dann keine Grenzen gesetzt sein.
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